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Nix für schwache Nerven

 

 
Overview
 

Titel: Until Dawn: Rush of Blood
 
Publisher: Supermassive Games
 
Preis: 19 € (Disk)
 
Sprache: Deutsch, Englisch
 
Move: Unterstützt
 
Action: ,
 
Wertung
9.0


User Rating
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Positives


  • Sehr tiefe Atmosphäre
  • Relativ Umfangreich für den Preis
  • Gute Steuerung

Negatives


  • Nicht wirklich herausfordernd
  • Mit Gamepad kalter Kaffee


Fazit

Im wörtlichen Sinne nichts für schwache Nerven (oder Herzen). Auf jeden Fall ein Beispiel dafür, dass eigentlich öde Spielegenren wie Railshooter mit VR sehr viel Spaß machen können.

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Posted 17. November 2016 by

 
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Ich will ehrlich sein: Ich war ziemlich enttäuscht, als ich gehört habe, dass Rush of Blood ein Railshooter werden sollte. Spitzen Idee! Mach aus einem komplexen Spiel mit psychologischen Elementen doch einfach mal eine wahllose Ballerei!

Dementsprechend erwartungsarm habe ich Rush of Blood gestartet. Mit dem Spiel „Until Dawn“ hat das Spiel denn – außer dem Titel eigentlich nur gemein, dass dort Clowns in verschiedenen Ausführungen den Spieler töten wollen. Man startet das Spiel in einer Art Achterbahn, die – mit überschaubaren Tempo – durch eine düstere Jahrmarktattraktion fährt. Mit dabei hat man zwei Revolver, mit denen auf allerlei Zielscheiben geschossen werden kann.

Etwas, was man in der Wilden Maus auf dem Hamburger Dom oder dem Stoppelmarkt übrigens tunlichst sein lassen sollte: Das könnte zu Irritationen führen. Im VR-Spiel hingegen macht das durchaus Sinn, denn die Spielbuden werden sehr schnell durch echte Gegner ersetzt. Und da geht es dann richtig bald zur Sache. Der Schwierigkeitsgrad steigt dadurch zunächst einmal nicht wesentlich. Die meisten Gegner lassen sich sehr leicht schon aus der Ferne ausschalten, hin und wieder muss man sich dabei jedoch vor Baken und ähnlichem ducken, bzw. ausweichen. Das funktioniert tatsächlich sehr intuitiv. Die schnelleren Achterbahn-Passagen verursachen ein leicht flaues Gefühl im Magen, das ich aber keineswegs als Motion Sickness bezeichnen würde, es ist tatsächlich schwach und eher mit dem echten Bauchgefühl einer Achterbahnfahrt zu vergleichen.

Übel kann einem da schon eher durch die Levelgestaltung werden. Und das meine ich durchweg positiv, denn jeder Abschnitt hat sein eigenes Thema. Und wenn man die Schlachthausszene samt quiekender Schweine hinter sich gebracht hat, muss man erst einmal zu Atem kommen. Ich möchte hier nicht spoilern, aber ein Werbevideo von PETA könnte nicht heftiger ausfallen.

Die Steuerung mit zwei Move-Controllern ist dabei hervorragend. Es fühlt sich sehr authentisch an, die Knarren in der Hand zu halten. Selbst leichtes Drehen um wenige Grad funktioniert perfekt, so dass man etwa das Magazin bestaunen kann. Beim Verwenden von Sixaxis geht davon allerdings eine Menge verloren. Ebenso sollte man das Spiel am Besten im Sitzen spielen und einen Kopfhörer tragen, denn die Soundkulisse macht einen großen Teil der Gruselshow aus.

Dienen ]die meisten Gegnerhorden nur zum Zielschießen, so sind die Gegner am Ende einer jeden Mission schon etwas härterer Tobak. Mit etwas Geschick und Beobachtung, lassen sich deren Schwachpunkte aber gut erkennen und besiegen. Die Autosave-Punkte liegen zudem fair verteilt. Den größten Horror versprüht das Spiel durch sogenannte „Jump-Scares“, also Gegner, die plötzlich und unverhofft direkt ins Sichtfeld des Spielers springen. Eigentlich ein total billiger Effekt und die Programmierer sollten sich wirklich schämen, so billig in die Geisterbahn-Trickkiste zu greifen, aber das ist in diesem Spiel auch verdammt effektiv. Beim ersten Mal war ich gefühlt nah am Herzinfarkt und spätestens ab Level drei habe ich mir bewusst ständig ins Gedächnis gerufen, jederzeit die Maske abnehmen zu können. Ich habe mich also selbst um den VR-Effekt beraubt.