Fingerfertigkeiten

 

 
Overview
 

Titel: Statik
 
Publisher: Tarsier Studios
 
Preis: 20€
 
Sprache: Englisch
 
Move: nicht unterstützt
 
Puzzle:
 
Wertung
6.5


User Rating
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Positives


  • - Teils knifflige, aber immer faire Rätsel
  • - Nette Geschichte drumrum mit Aha-Effekt
  • - Gut funktionierende Controller-Integration
  • - Stimmiges Ambiente

Negatives


  • - Leider etwas kurz
  • - Kaum Wiederspielwert


Fazit

Knobelspaß mit nie unfairem Schwierigkeitsgrad. und schöner Düsterer Geschichte. Leider etwas kurz und teilweise redundant.

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Posted 7. September 2017 by

 
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VR scheint ist nun nicht mehr ganz so neu, aber immer noch scheint es vor allem Spielkonzepte zu beflügeln, die es vorher gar nicht gab: Die Entwickler begeben sich gerne ins Neuland. Ein weiteres Beispiel hierfür ist „Statik“, des schwedischen Entwicklerstudios „Tarsier“ dass auf den ersten Blick etwas unscheinbar wirkt. Eine Kiste mit den eigenen(?) Händen drin.

Sinn des Spiels ist es herauszufinden, wie diese Kiste zu lösen ist. Klingt einfacher, als es ist, denn es gibt keine Anleitung, nur hin und wieder ein paar Tipps in der Umgebung. Die Rätsel sind teilweise knackig, aber allesamt fair und eigentlich immer kommt einem irgendwann das Gefühl „Ach! So geht das! Eigentlich ganz logisch“.

Blöd nur, wenn das Gefühl erst nach einer Stunde zu Tage kommt. Zwischendurch gibt es immer wieder einmal ein Würfelrätsel, in dem Quader richtig angebracht werden wollen. Ich hatte das Gefühl, dass hier nur die Spieldauer künstlich verlängert werden sollte. Wirklich Spaß machen diese Rätsel nicht.

Die eigentlichen Rätsel dazu umso mehr, und auch die Story (ja, es gibt eine) ist heimlich still und leise am Ende doch mit feiner Feder geschrieben. Und es macht Spaß darüber eine Weile nachzudenken und das Spiel erneut durchzuspielen, um die Dialoge dazu noch einmal zu hören. Wir werden hier nicht spoilern, aber es gibt einen „Fight Club“ – Moment nach dem Motto: „Das hätte ich doch eher merken müssen.“

Die Spieldauer variiert extrem nach den eigenen Fähigkeiten. Wer YouTube zu Hilfe nimmt, kann das Spiel in gut einer Stunde durchspielen, aber mein Tipp: Macht es nicht. Es fühlt sich wie eine Niederlage an, wenn man ein Rätsel nicht selber lösen kann. Wenn es denn doch einmal auch nach Stunden gar nicht weitergeht: Dafür haben wir ein Walkthrough erstellt. Spult aber vorsichtig vor bis zu der Stelle, wo ihr fest hängt. Soll ja nicht die ganze Spannung flöten gehen. Eine realistische Spielzeit liegt i.d.R. – je nach Können und Geduld – bei vier Stunden .

Abgesehen vom Neu anhören der Dialoge um das Storyende zu verifizieren gibt es leider keine allzu große Wiederspielbarkeit. Wenn man die Rätsel einmal verstanden hat, hat man sie halt verstanden. Andererseits: Als Klugscheißer seine Kumpels das durchspielen zu lassen hat dann wieder seinen eigenen Charme. Und die Dialoge – wohl eher Monologe – der Wissenschaftler helfen zwar im Übrigen kein bisschen, aber gerade in ihrer nahezu boshaften Nutzlosigkeit machen sie den Charme und die Atmosphäre des Spiels aus. Wenn man seit Minuten am Puzzle verzweifelt und der gelangweilte Wissenschaftler einen spüren lässt, dass man völlig unfähig ist, dann ist es um so schöner ihm am Ende mit einem „HAHA!“ die Lösung des Rätsels zu präsentieren.

Was das Spiel wirklich besonders macht ist die Haptik: Da man den Controller in der Hand hält, der im Spiel virtuell in der Kiste liegt, fühlt sich das einfach recht plastisch an. Aben nicht wie ein virtuelles Schwert oder Kanone, die man sonst (eben nicht) in der Hand hält. Und so finden wir auch den Preis von knapp 20 € angemessen.

Etwas mehr Abwechslung hätte dem Spiel aber gut getan und so kann es im Vergleich zur Knobelkonkurrenz „I expect you to die“ trotz des etwas günstigeren Preises nicht ganz so gut unterhalten. Wer aber auf Herausforderungen steht kann dennoch bedenkenlos zugreifen.